Tough Kidz – Selbstverteidigung für Kinder (Part 2)

Fangen wir einfach mal vorne an und stellen uns die Frage, welche Prioritäten uns im Training von Kindern wichtig sind.

Diese Frage sollte man objektiv als Trainer, aber auch als Mutter oder Vater beantworten. Was möchte man seinen eigenen Kindern gerne mit auf den Weg geben und was möchte man nicht an sie unterrichtet wissen.

Ein ganz groteskes Beispiel wäre hier die Messerabwehr eines 10jährigen Kindes gegen einen Angriff durch einen erwachsenen Mann. Man erinnere sich an dieser Stelle an die Kernaussage aus Part 1 dieser Serie. Es würde verständlicherweise hier auch nicht von Vorteil sein, dem Kind eine vorerst „gewaltfreie“ Lösung zu zeigen. Im Training von Erwachsenen stellt dieses schon ein Extremszenario dar. Wie soll es dann ein Kind lösen können? Warum wird überhaupt mit diesen Bildern geworben? Ach ja… das hatten wir auch in Part 1.

Beginnen wir doch einfach mal mit altersgerechten Konflikten – zum Beispiel dem Gerangel auf dem Schulhof von zwei 9jährigen Kindern.

Schnell wird hier klar, dass wir in diesem Gerangel Situationen wiederfinden, die durch ringerische Ansätze gelöst werden können. Gerade dann, wenn das sich schützende Kind über festgelegte Standards verfügt und dieses Baukastenprinzip abrufen kann.

Schläge und Tritte sollten auch geschult werden, aber nicht die primäre Antwort sein. Niemand möchte 7jährige Kinder in der Grundschule sehen, die sich mit der Faust ins Gesicht schlagen. Gerade dann nicht, wenn es noch clevere Alternativen gibt, mit denen man auch verbal intervenieren und bestenfalls eine Auseinandersetzung mit einem anderen Kind beenden kann.

Wenn ein Kind ein anderes Kind mittels eines Takedowns zu Boden führen, es dort kontrollieren und verbal auf das andere Kind einwirken kann, ist die Auseinandersetzung cleverer gelöst. Eine andere, kindgerechtere Lösung der körperlichen Gewalt wird gewählt und durchgesetzt.

Aber noch ein weiterer wichtiger Faktor kommt hinzu. Gehen wir von einem Gerangel auf dem Schulhof aus, so endet diese bestenfalls kontrolliert, verletzungsfrei und ein sich schützendes Kind kann seine Dominanz unterstreichen. Zum anderen aber, nimmt eine hinzueilende Lehrkraft ein anderes Bild wahr und kann die Situation besser auffassen und bewerten. Gerade was die eigentliche Rolle des Aggressors angeht, kann dieses von großer Bedeutung sein.

Und genau darum geht es. Kinder sollen lernen sich clever zu schützen und ein strukturiertes Selbstverteidigungskonzept an die Hand bekommen.

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